Was ist Traumapädagogik?

In stationären Einrichtungen leben immer mehr Kinder und Jugendliche mit lebensgeschichtlichen Belastungen bis hin zu traumatischen Erfahrungen. Sie haben Beziehungs- und Überlebensmuster entwickelt, welche die pädagogischen Fachpersonen in stationären Einrichtungen an ihre Grenzen führen können.

Ziel der Traumapädagogik ist, dass alle, Kinder und Jugendliche wie Mitarbeitende und Leitungskräfte, in ihren Bedürfnissen ausreichend versorgt werden, damit sie die Institution als einen entwicklungsfördernden und sicheren Ort erleben.

Ablauf & Inhalte des Projektes

Im Zeitraum von August 2012 bis Januar 2015 finden sowohl auf Team- als auch auf Leitungsebene der fünf Modellinstitutionen jeweils mehrtägige Schulungen in Traumapädagogik statt, in welchen die Grundlagen der Psychotraumatologie und der Pädagogik des sicheren Ortes vermittelt werden. Über die gesamte Laufzeit des Projekts hinweg werden die Modellwohngruppen intensiv durch psychotherapeutisch erfahrene und mit den Strukturen der Heimerziehung vertraute Psychologinnen begleitet.

Um zu überprüfen, ob sich infolge der Einführung von traumapädagogischen Konzepten Entwicklungen bei den Kindern und Jugendlichen sowie beim sozialpädagogischen Team abbilden, werden wir den Verlauf der Massnahme mit qualitativen und quantitativen Methoden über vier Jahre hinweg untersuchen.

Die Kinder und Jugendlichen sowie deren Bezugspersonen werden einmal im Jahr computergestützt mit dem EQUALS-Programm befragt.

Inhalt der Befragung ist, wie sich die Kinder und Jugendlichen derzeit in der Institution fühlen, ob psychische Auffälligkeiten vorliegen und ob in der Vergangenheit belastende Ereignisse erlebt wurden. Zusätzlich wird anhand von Haarproben die Belastung über das Stresshormon Cortisol bestimmt.

Die pädagogischen Fachkräfte füllen einmal im Jahr einen Fragebogen unter anderem zu Arbeitszufriedenheit, eigenen Belastungen und Sekundärtraumatisierung aus und ihr Haar wird ebenso auf Cortisol hin untersucht.

Die Teilnahme ist freiwillig und bedarf einer Einverständniserklärung. Alle Daten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden selbstverständlich anonymisiert ausgewertet.

Ziel der Studie

Unser Ziel ist es, die traumapädagogischen Konzepte gemeinsam mit den Institutionen anhand ihrer jeweiligen

individuellen Gegebenheiten so anzupassen, dass

  • die Lebenssituation der Kinder und Jugendlichen eine Stabilisierung erfährt,
  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Leitungspersonen eine Erhöhung der Handlungssicherheit erfahren und
  • Erkenntnisse hinsichtlich förderlicher Rahmenbedingungen und Impulse für die Angebots- und Institutionsentwicklung gewonnen werden können.
Modellinstitution Spiegelinstitution
Jugendstation Alltag
Trimmis/GR
Stiftung Juvenat
Flüeli-Ranft/OW
Bürgerliches Waisenhaus
Basel/BS
Wohnheim Varnbüel
St. Gallen/SG
Kleinheim Hirzel
Hirzel/ZH
Burghof Pestalozzi-Jugendstätte
Dielsdorf/ZH
Landheim Brüttisellen
Bassersdorf/ZH
Gfellergut
Zürich/ZH
Sozialpädagogische Wohngruppe Rose
Heiden/AR
Wohngruppen Sennwald
Sennwald/SG
Schlössli
Basel/BS
Schulheim Sommerau
Rümlingen/BL
Schulheim Friedeck
Schaffhausen/SH
Kinder- und Jugendheim Maiezyt
Wabern/BE
Flyer zum Modellversuch
Kontakt
Gabriele Füllemann
Kinder- und Jugendpsychiatrische Klinik
Forschungssekretariat
Schanzenstrasse 13
CH-4056 Basel
+41 61 265 89 60
+41 61 265 89 61
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www.traumapaedagogik.ch
Projektkoordination
logo-upk-basel Projektkoordinator ist Dr. Marc Schmid, Leitender Psychologe in der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Klinik (KJPK) der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel.
Evaluation
logo-kjpp-ulm Für die Evaluation der Veränderungen wurde die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/ Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm in Deutschland beauftragt (ärztlicher Direktor Prof. Dr. J. M. Fegert).
Finanzierung
Der Modellversuch Traumapädagogik wird vom Bundesamt für Justiz finanziert und von einem wissenschaftlichen Beirat begleitet. Die Ethikkommissionen in allen beteiligten Kantonen haben dem Modellversuch ein positives Votum erteilt.
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Forschung
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