Der Zusammenhang zwischen Burnout-Symptomatik und Arbeitszufriedenheit bei pädagogischen Mitarbeitenden in der stationären Kinder- und Jugendhilfe

Erschienen in Zeitschrift "Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie." 65/2016

Autoren:

Célia Steinlin, Claudia Dölitzsch, Sophia Fischer, Klaus Schmeck, Jörg M. Fegert und Marc Schmid

Zusammenfassung

Mitarbeitende in sozialpädagogischen Handlungsfeldern sind hohen Anforderungen und Belastungen ausgesetzt. Als Reaktion darauf kann es zur Burnout-Symptomatik kommen. Diese führt zu Arbeitsausfällen und wirkt sich negativ auf die Kontinuität und Qualität der pädagogischen Betreuung aus. Bislang liegen kaum Studien zur Burnout-Gefährdung in der Kinderund Jugendhilfe vor, obwohl Kinder und Jugendliche besonders auf kontinuierliche Beziehungen und gesunde Bezugspersonen angewiesen sind. Ein besseres Verständnis der Zusammenhänge zwischen Burnout-Symptomatik und Arbeitszufriedenheit ist wichtig, um Ansatzpunkte für Prävention und Intervention identifizieren zu können. In der vorliegenden Studie wurde eine Stichprobe von 319 pädagogischen Mitarbeitenden in Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen in der Schweiz hinsichtlich Burnout-Symptomatik anhand der Burnout-Screening-Skalen (BOSS) untersucht. Die Arbeitszufriedenheit wurde mit einem selbst entwickelten Fragebogen erhoben, der auf traumapädagogischen Konzepten beruht. Der Fragebogen wurde in der vorliegenden Studie zum ersten Mal auf Reliabilität und faktorielle Validität geprüft. Um die Zusammenhänge zwischen Arbeitszufriedenheit und Burnout-Symptomatik zu eruieren, wurden Korrelationen und relative Risiken berechnet. Bei fast einem Fünftel der Stichprobe (18 %) fand sich eine Burnout-Gefährdung. Die Hauptkomponentenanalyse des Fragebogens zu Arbeitszufriedenheit ergab vier Faktoren: Unterstützung durch Vorgesetzte, Partizipation und Transparenz; Kommunikation und Unterstützung im Team; Freude an der Arbeit sowie institutionelle Strukturen und Ressourcen. Alle vier Faktoren sowie der Gesamtwert der Arbeitszufriedenheit hingen deutlich mit Burnout-Symptomatik zusammen. Mitarbeitende mit einer vergleichsweise niedrigeren Arbeitszufriedenheit wiesen ein 5,4 mal erhöhtes Risiko auf, Burnout gefährdet zu sein als Mitarbeitende mit einer vergleichsweise höheren Arbeitszufriedenheit. Es wird diskutiert, wie Arbeitszufriedenheit gefördert werden könnte und wie dadurch die Betreuungsqualität und -kontinuität für die Kinder und Jugendlichen verbessert werden könnten.

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