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Das Equals-Projekt für den Frühbereich startete im Sommer 2021 und ist das Ergebnis einer erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen den UPK Basel und dem Kinderheim Pilgerbrunnen Zürich. Das von uns entwickelte webbasierte Verfahren bietet eine standardisierte Eingangs- und Verlaufsdiagnostik für Frühbereichsheime für Kinder von null bis sechs Jahren.


In einem partizipativen Prozess mit Fachkräften, Eltern, Bezugspersonen und Kindern werden innerhalb eines Beobachtungszeitraums von ca. sechs Monaten die Risiko- und Schutzfaktoren aller Beteiligten, der Entwicklungsstand des Kindes, sowie die Eltern-Kind-Interaktion und weiteres mehr (siehe «Bausteine der Testbatterie») erfasst. Am Ende dieses diagnostischen Prozesses entsteht durch die Auswertung der Daten ein aussagekräftiger Bericht, wodurch das Potential von ambulanten Hilfen, sowie die Zukunftsperspektive des Kindes besser abgeschätzt werden können.


Psychometrische Fragebögen

Fremdurteil der Fachkräfte und der Eltern zum Kind

RPQ: Relationship Problems Questionnaire (5-16)

SDQ: Strengths and Difficulties Questionnaire (2-17)

CATS: Child and Adolescent Trauma Screening (3-6)

Expertenurteil der Fachkräfte zu Eltern/zur Situation

ARI: Attachment Relationship Inventory (2-5)

CNI: Child Neglect Index (0-16)

HOME: Home Observation Measurement of the Environment (0-14)

Kooperation

Selbsturteil der Eltern

ARI: Attachment Relationship Inventory (2-5)

EFB-K: Erziehungs Fragebogen-Kurzform

QMI: Quality of Marriage Index

MSPSS: Multidimensional Scale of Perceived Social Support

SDQ: Strengths and Difficulties Questionnaire (18+)

PRFQ: Parental Reflective Function Questionnaire

CTQ: Childhood Trauma Questionnaire

PSP: Parental Scale of Phubbing


Hintergrund für das Projekt sind die grossen Schwierigkeiten, die alle beteiligten Parteien bei Platzierungen von kleinen Kindern haben: das Finden einer guten Balance zwischen absolutem Kinderschutz und Elternrecht, die Definition klarer Ziele für eine begrenzte Platzierung und sichere Rückführung für die Eltern und die Einrichtung, die Objektivierung und gute Dokumentation deren Erreichung bzw. Noch-Nicht-Erreichung.


Bei der Zielvereinbarung darf es eben nicht nur um die Belastungsfaktoren der Eltern („Machen Sie mal einen Entzug, dann kann ihr Kind wieder bei Ihnen leben) gehen. Sie muss explizit auch die Eltern-Kind-Interaktion (da auch eine „trockene Mutter“ erstmal lernen muss, eine ausreichend gute Mama zu sein) und die Erziehungsfähigkeit der Eltern adressieren, sowie eine ausreichende Förderung der Entwicklung des Kindes sicherstellen.


Fast immer müssen Platzierungen im Frühbereich gegen den Willen der Eltern eingeleitet werden, was diagnostische Prozesse sehr erschwert. Gutachten zur Erziehungsfähigkeit haben oft das Problem, dass sie einen Status zu einem gewissen Zeitpunkt beschreiben. Die Gefährdung des Kindes und die Kooperationsbereitschaft der Eltern, sowie ihr Ansprechen auf Interventionen spiegeln sich aber eher in einem wechselhaften Prozess mit „Aufs“ und „Abs“ wider.


In der Praxis werden oft zwei verschiedene Formen von ungünstigen Verläufen erlebt:


Einerseits solche, in denen Kinder sehr schnell und für die Fachkräfte in den Frühbereichsheimen auch überraschend und relativ unkritisch, zurückplatziert werden, weil bei einer geäusserten Kooperationsbereitschaft für ambulante Hilfen die Gefährdungslage juristisch oft nicht für so tiefgreifende Eingriffe ins Sorgerecht ausreicht. Bisher konnten Ausgangslage und Ziele der ambulanten Anschlusslösungen oft noch nicht gut genug beschrieben und spezifiziert werden, um den Verlauf nach so einem Rückführungsprozess ausreichend gut begleiten und die positive Entwicklung der Familie nachvollziehen oder gegensteuern zu können.


Andererseits zeigen sich kritische Verläufe, wenn sich Entscheidungen sehr lange hinauszögern. Für die betroffenen Kinder ist dies schwierig, weil zu viel Zeit verstreicht, bis alle diagnostischen Informationen für eine fachlich ausgewogene Entscheidung der KESB zusammengetragen werden.


Mit dem von uns entwickelten diagnostischen Standard im Frühbereich wollen wir die Rolle der Institutionen Frühbereich und die Kooperation mit der KESB bei diesen Entscheidungen stärken, indem die klinischen Eindrücke dort besser, standardisierter und noch objektiver, auch von nicht in die direkte Betreuung der Kinder involvierten Fachkräften, erfasst werden können.


Sind Sie an unserem diagnostischen Online-Tool EQUALS@WeAskYou für den Frühbereich interessiert? Melden Sie sich bitte ungeniert bei uns.


Wir informieren, unterstützen und begleiten Sie.

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Petra Wallnöfer
(UPKKJ Basel)
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Nils Jenkel
(UPKKJ Basel)
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