Welche technischen Voraussetzungen benötige ich für die EQUALS-Software?

Das Programm EQUALS können Sie auf jedem handelsüblichen Computer oder Laptop mit mindestens 1 GB RAM Arbeitsspeicher und 300 MB freien Festplattenspeicher benutzen. Auf Computern mit Windows wird EQUALS ab 2000 SP3 unterstützt. Eine detaillierte Auflistung von unterstützten Windows-Versionen können Sie unter folgendem Link einsehen Für Mac-User steht EQUALS ab OS X 10.6 zur Verfügung.
Die notwendige JAVA-Version für EQUALS wird Ihnen im Zuge der Installation automatisch mitgeliefert.

Besteht die Möglichkeit EQUALS auch über einen Server im Netzwerk zu verwenden?

Sie können das Programm sowohl auf einem Server installieren, welcher mit mehreren Clients verbunden ist, als auch auf Terminalservern.
Mit dieser Auswahl an Verwendungsmöglichkeit können Sie EQUALS optimal und individuell in ihr bestehendes Computersystem integrieren.

Ist es möglich eine Demoversion zu Testzwecken zu erhalten?

Bei Interesse an der EQUALS-Software stellen wir Ihnen diese Ihnen gerne persönlich vor, um direkt auf offene Fragen eingehen zu können. Zur weiteren Auseinandersetzung und Ausprobieren der vielfältigen Features empfehlen und stellen wir Ihnen gerne eine Demoversion mit einer für Ihren individuellen Fall abgestimmten zeitlich befristeten Lizenz zur Verfügung.

Wie kann EQUALS in der Einrichtung implementiert und in den Gruppenalltag integriert werden?

Ab dem Moment der ersten Kontaktaufnahme steht Ihnen das EQUALS-Team persönlich zur Verfügung. Als Dienstleistungen bieten wir hierzu die Beratung der Leitung, Einführungsveranstaltungen zur Anwendung der Fachkräfte bei Ihnen vor Ort oder in zentralen Angeboten sowie Fortbildungsworkshops zu den Themen Testauswertung, Rückgabegespräch und Zielformulierungen an. Auf dieser Grundlage werden die Fachkräfte in der Einrichtung befähigt, um mit EQUALS entsprechend routiniert arbeiten zu können, wodurch sich Alltagsroutinen in der Arbeit und somit auch eine Implementationsprozess in der Einrichtung entwickeln kann. Darüber hinaus steht Ihnen das EQUALS-Team permanent per Telefon und E-Mail direkt zur Verfügung, um offene Fragen schnell und unkompliziert beantworten zu können.
Neben dieser Unterstützungsleistung durch das EQUALS-Team bedarf es gleichwohl einer hausinternen Auseinandersetzung bezüglich einer Qualitätsentwicklung und einer interdisziplinären Zusammenarbeit, da hierdurch vielfältige Fragen resultieren werden, die individuelle Entscheidungen durch die jeweilige Einrichtung selbst erfordern werden. Dementsprechend muss von Beginn an ein Bewusstsein herrschen, dass der Implementationsprozess zunächst einen zusätzlichen Aufwand an Ressourcen bedeuten wird. Zudem wird der Prozess einiges an Zeit in Anspruch nehmen, weshalb eine Teilnahme an EQUALS zunächst an eine Zweijahresbindung gekoppelt ist, welche danach in ein jährliches Vertragsverhältnis übergehen wird, um dem Prozess den notwendigen Rahmen zu geben.

Wie häufig sollen die Testverfahren eingesetzt werden, welcher Ablauf ist zu empfehlen und wie hoch ist der Zeitaufwand einzuschätzen?

Es empfiehlt sich nach Aufnahme eines Kindes/Jugendlichen die Anamnese mit ihren 10 Kapiteln innerhalb der ersten zehn Wochen so vollständig als möglich zu erheben, um sich ein möglichst umfassendes Fallverständnis zu erarbeiten. Fehlende Informationen und/oder Falschaussagen können im Nachhinein über die Editierungsfunktion jederzeit nachgetragen bzw. geändert werden. Das Bearbeiten der Anamnese dauert ca. 1 Stunde. Im Anschluss daran bietet sich an, die für den Qualitätsbericht vorgegebenen psychometrischen Testverfahren (CBCL, YSR, MAYSI-II) innerhalb der nächsten sechs Wochen zu bearbeiten, welche ca. 30 Minuten je Jugendlichen und Mitarbeiter an Zeit in Anspruch nimmt. Darüber hinaus ist im Einzelfall zu entscheiden, welche zusätzlichen Testverfahren noch zur Anwendung kommen sollen, so dass die weitere Bearbeitungszeit je nach Fall variiert.
In einem nächsten Schritt sollten die allgemeinen Kompetenzen partizipativ mit dem Jugendlichen erarbeitet werden. Aufbauend auf diesen Verfahren sowie Ihrer Verhaltensbeobachtung können Sie mit Hilfe von EQUALS ebenfalls gemeinsam mit dem Kind/Jugendlichen Ziele für die weitere Hilfe erarbeiten, formulieren, überprüfen und auswerten. Für diesen dialogischen Prozess sollten Sie explizit Zeit von etwa 90 Minuten einplanen.
Es empfiehlt sich diesen Ablauf mindestens zweimal jährlich durchzuführen oder an die Standortbestimmungen zu koppeln, so dass Sie die Ergebnisse der Verfahren zur Vorbereitung der Standortbestimmungen sowie zur Nachbereitung nutzen können. (Es steht Ihnen aber selbstverständlich grundsätzlich frei, die Verfahren je nach Einzelfall so oft wie Sie wünschen durchzuführen.)

Warum werden standardisierte psychometrische Testverfahren verwendet?

Nicht nur Ihre Erfahrung, sondern auch nationale und internationale Forschungsbefunde zeigen, dass Kinder und Jugendlichen in der stationären Kinder- und Jugendhilfe häufig psychisch belastet sind. Auf dieser Grundlage positioniert sich EQUALS in dem Schnittfeld der Kinder- und Jugendhilfe und Kinder- und Jugendpsychiatrie, um eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zum Wohl des Kindes zu unterstützen. Dementsprechend kommen in dem Programm EQUALS basierend auf dem biopsychosozialen Modell sowohl Verfahren aus der Psychologie und der Pädagogik komplementär zur Anwendung, um ein möglichst umfassendes Fallverständnis zu erarbeiten und um für diese bezügliche Themen zu sensibilisieren.

Können auch Sozialpädagogen diese Verfahren bearbeiten, auswerten und adäquat interpretieren?

Das fachspezifische Wissen der Sozialpädagogen aus den Bezugsdisziplinen der Psychologie und Soziologie, welche die Fachkräfte durch ihre grundständige Ausbildung und fortwährenden Fort- und Weiterbildungen in diesen Bereichen mitbringen, kombiniert mit den Workshops durch das EQUALS-Team zu Testauswertungen und Rückgabegesprächen macht eine adäquate Arbeit mit den psychometrischen Testverfahren möglich. Unterstützt wird dieses zudem durch die Möglichkeit bei der Auswertung der Ergebnisse direkt auf der Verhaltensebene mit den Kindern/Jugendlichen in den Dialog einzutreten, indem von der Statistikübersicht in die konkreten Fragen aus den Testverfahren gewechselt werden kann. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, dass die pädagogischen Fachkräfte auch Rücksprache mit dem EQUALS-Team aufnehmen können, um eine Interpretationshilfe der vorliegenden Informationen zu erhalten. Ausserdem bieten die international validierten und anerkannten Testverfahren die Chance externe oder hausinterne Psychologen und/oder Psychiater die bei Interpretationen und Rückgabegesprächen beratend miteinzubeziehen und somit eine Kooperation fördern. Hier zeigt sich ebenfalls ein grosser Nutzen, da hierdurch bereits Informationen bezüglich der psychischen Entwicklung standardgemäss erhoben werden und für den Ausweis möglicher zusätzlicher Leistungen miteingebracht werden können.

Ab welchem Alter der Kinder und Jugendlichen kann mit EQUALS gearbeitet werden?

Grundsätzliche kann EQUALS für alle Kinder und Jugendlichen unabhängig des Altern verwendet werden, da eine Vielzahl an Verfahren im Programm vorgehalten werden. Die Erstellung der Anamnese kann beispielsweise ohne die Beteiligung des Kindes erfolgen. Bei den psychometrischen Testverfahren ist zwischen den Selbst- und Fremdeinschätzungen zu differenzieren. Die Fachkräfte können aus ihrer Perspektive Kinder ab einem Alter von 6 Jahren einschätzen. Aufgrund der entwicklungspsychologischen Entwicklung empfiehlt es sich Kinder sich erst ab einem Alter von 12 Jahren selbst einschätzen zu lassen. Diese Altersangabe ist jedoch nur ein Richtwert und ist im Einzelfall zu prüfen, so dass sich auch eine Selbsteinschätzung weit vor dem 12. Lebensjahr anbietet oder sogar erst später möglich ist.
Die partizipative Einschätzung der Allgemeinen Kompetenzen und die individuelle Zielformulierung kann ebenfalls altersunabhängig umgesetzt werden. Hier bedarf es jedoch der altersentsprechenden Übersetzungsleistung der in dem Programm vorgegeben Bausteine durch die Fachkräfte, um eine individuelle Anschlussfähigkeit zu gewährleisten.

Macht es den Jugendlichen Spass, mit dem Computerprogramm zu arbeiten und wie ehrlich beantworten die Jugendlichen ihre Selbsteinschätzungen?

Bei einer qualitativen Evaluation von EQUALS hat die grosse Mehrheit der Jugendlichen angegeben, wahrheitsgetreu geantwortet zu haben.Dies liegt unter anderem daran, dass die Jugendlichen durch den hohen Aufforderungscharakter des Computers und an dem Ergebnis ihrer Selbsteinschätzung sehr interessiert sind, was eine ehrliche Beantwortung von ihnen selbst erfordert. Nichtsdestotrotz ist es notwendig darauf zu achten dem Jugendlichen transparent mitzuteilen, dass mit dem Programm zukünftig gearbeitet wird, es der richtige Zeitpunkt ist, um mit EQUALS zu arbeiten, die Bearbeitungszeitdauer individuell an die Motivation und Leistungsfähigkeit des Jugendlichen gekoppelt wird und der Jugendliche tatsächlich das Gefühl haben muss auch bei der Einschätzung und Formulierung tatsächlich partizipativ beteiligt zu werden.
Werden Sie diese Grundsätze beachten, sehen die Kinder/Jugendlichen trotz des Aufwands den daraus resultieren Nutzen und arbeiten entsprechend gerne mit EQUALS. Hierdurch kann ein förderlicher Kommunikationsprozess und eine positive Beziehungsarbeit unterstützt werden.
Gleichwohl ist in Einzelfällen auch mit Widerständen aus den unterschiedlichsten Gründen (fehlende Motivation, Überforderung, etc.) bei den Jugendlichen zu rechnen. Diese sind ernst zu nehmen und nicht durch eine Verpflichtung mit EQUALS zu arbeiten zu übergehen. Hierdurch fühlt sich der Jugendliche gehört und akzeptiert, was auch wiederum vertrauensfördernd sein kann. Sollte die Auswertung einer Selbsteinschätzung widersprüchlich oder inkonsistent ausfallen, besteht die Möglichkeit die Bearbeitungszeit in der Gegenüberstellung zur durchschnittlichen Dauer für diesen Test einzusehen, um zu prüfen, ob die Beantwortung der Fragen zu schnell und damit beliebig erfolgte. Dann besteht die Möglichkeit mit dem Jugendlichen in einen Dialog über den Vergleich der Selbst- und Fremdeinschätzung einzutreten. Dies kann dazu führen, dass die Fachkraft den Jugendlichen durch seine Erläuterungen besser versteht und zusätzliche Informationen erhält oder der Jugendliche erfährt, dass die Fachkraft an der Perspektive des Jugendlichen interessiert ist und dieser vor dem Hintergrund seinen inneren Widerstand unter Gesichtswahrung formulieren kann.

Wozu werden die jährlichen Beiträge verwendet und welche Serviceleistungen erhalte ich vom EQUALS-Team?

EQUALS ist ein gemeinnütziges Gemeinschaftsprojekt, so dass es keine Gewinnorientierung gibt, sondern der Fokus auf einem praxisnahen Qualitätssicherungsinstrumentes liegt. Die Beitragsgelder werden von Integras – Fachverband für Sozial- und Sonderpädagogik transparent verwaltet. Die Beiträge werden verwendet, um die Personalkosten, Programmentwicklung und die Öffentlichkeitsarbeit zu finanzieren. Durch das EQUALS-Team erhalten Sie in Ihrer Einrichtung vielfältige Dienstleistungen: Persönliche Vorstellung des EQUALS-Programms, Beratung der Leitung, Einführungsworkshops zur Anwendung für Ihre Fachkräfte, Workshops zu den Themen, Testinterpretation, Rückgabegespräch und Zielvereinbarungen, Support bei Fragen und Problemen persönlich, per Telefon und per E-Mail, zentrale Workshops zur Einführung neuer Fachkräfte sowie die jährliche Auswertung Ihrer Daten in Form eines Qualitätsberichts. Darüber hinaus werden basierend auf einrichtungsübergreifenden Auswertungen wissenschaftliche Publikationen und fachpolitische Stellungen zum Themenfeld der stationären Kinder- und Jugendhilfe verfasst und auf Kongressen und Tagungen präsentiert, worüber Sie stets aktuell informiert werden.

Wie findet die Vernetzung zwischen den teilnehmenden Einrichtungen statt?

Es sind mehrere Plattformen auf unterschiedlichen Ebenen zur Vernetzung angelegt, um allen Bedürfnissen gerecht werden zu können. Neben der jährlich stattfindenden Mitgliederversammlung auf welcher das Budget transparent dargestellt wird, über aktuelle Entwicklungen in der stationären Kinder- und Jugendhilfe sowie der Software EQUALS informiert und diskutiert wird. Darüber hinaus werden künftig drei Regionalgruppen gebildet, zu welchen sich interessierte Vertreter der Institutionen regelmässig zum Informationsaustausch treffen. Die Zugehörigkeit der einzelnen Institution zu den Regionalgruppen resultiert auf Grund ihrer geografischen Lage (Nordwestschweiz, Ostschweiz, Region Zürich). Auf Mitarbeiterebene finden durch das EQUALS-Team zentral organisierte Workshops zu spezifischen Themen statt, so dass auch hier eine Vernetzung möglich ist.

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